Sadebaum

Sadebaum

Lexikon: Sadebaum (Juniperus sabina)

Der Sadebaum (Juniperus sabina), auch Stink-Wacholder genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Wacholder (Juniperus). Es spielte früher eine wichtige Rolle in der Volksmedizin.

Beschreibung

Der Sadebaum ist ein Strauch, der meist Wuchshöhen von nur 1 bis 2, selten 5 Meter erreicht. Er wächst selten ganz aufrecht, oft mehr oder weniger kriechend. Die Borkean älteren Pflanzen ist rötlich-braun. Die Äste weisen einen runden oder leicht kantigen Querschnitt auf.

Es gibt zwei unterschiedliche Blattformen. In der Jugend bildet er wirtelig angeordnete 4 bis 5 Millimeter lange, nadelförmige, spitze Blätter aus, die oben bläulich sind. Im Alter treten zusätzlich kreuz-gegenständig angeordnete, 1 bis 4 Millimeter lange, schuppenförmige Blätter auf, die eiförmig und 1 bis 3 mm lang sind. Die Blätter riechen zerrieben unangenehm und haben eine Lebensdauer von 2 bis 3 Jahren.

Es treten sowohl einhäusige (monözische) als auch zweihäusig (diözische) getrenntgeschlechtige Individuen auf. Die Blütezeit liegt von März bis Mai. Die beerenförmigen Zapfensind ei- bis kugelförmig, 5 bis 7 Millimeter groß. Sie reifen im Herbst im gleichen Jahr der Befruchtung oder im nächsten Frühling und sind dann schwarzblau bereift. In jedem Zapfen sitzen ein bis drei eiförmige und gefurchte Samen.

Giftstoffe

Der Sadebaum ist in allen Teilen giftig. Verantwortlicher Hauptwirkstoff ist das ätherische Sadebaumöl. Im Vergleich zum Öl des Gemeinen Wacholders(Juniperus communis) enthält es weit mehr Ester, hat einen höheren Acetyl Gehalt und ist rechtsdrehend. Das Sadebaumöl enthält vor allem α-Pinenund Cadinenaber auch bis zu 50 Prozent Sabinen, 35 % Sabinyl Acetat, sowie Sabinolund Diacetyl.

Es greift beim Menschen die Magenschleimhautan, verursacht Blutandrangin den Nieren und damit Hämaturie. Auch andere innere Organe werden angegriffen. Bei Frauen kann das Öl Menorrhagieauslösen und zu Fehlgeburtenführen. Daher wurden die Früchte im Mittelalter auch gezielt zur Abtreibung genutzt. In der Vergangenheit sind immer wieder Wacholderbeeren, die mit Sadebaumbeeren verunreinigt waren, zum Aromatisieren von Ginverwendet worden. Zumindest in Spanien werden Wacholderbeeren deswegen staatlich untersucht.

Wirtspflanze

Der Stink-Wacholder ist einer der Hauptwirte für den Birnengitterrost (Gymnosporangium sabinae), der Schäden an Birnbäumen hervorruft. Er wurde deswegen früher gebietsweise flächig beseitigt.

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